Landfrauenverein Freistett
Vereinschronik

Der Landfrauenverein Freistett wurde am 18.11.1928 im Gasthaus Krone gegründet. Neunzehn Frauen hatten den Mut einen Frauenverein zu gründen, und sich fortan neben der Erfüllung ihrer häuslichen und beruflichen Pflichten als Bauersfrauen ehrenamtlich zu engagieren. Am ersten Abend hatten sich gleich 30 Frauen als Mitglieder angemeldet. Der Beitrag kostete damals 1 Mark. An diesem Abend wurde durch Landwirtschaftsrat Herrn Kraut und Herrn Kall, beide aus der Landwirtschaftsschule, unser hiesiger Landwirtschaftlicher Hausfrauenverband gegründet. Anwesend waren noch Landwirtschaftslehrerin Fräulein Hopf, sowie die Bezirksvorsitzende Frau Zier aus Rheinbischofsheim.

Frau Karolina Schnee wurde damals zur Ortsvorsitzende gewählt. Später wurde sie dann Bezirksvorsitzende und Frau Magdalena Lind wurde dann Ortsvorsitzende bis über den Krieg. Abgelöst wurde Frau Lind von Frau Paula Dusch, die dem Verein über 30 Jahre Vorstand und ihn wesentlich prägte, bis sie den Vorsitz aus Altersgründen an Frau Wilma Gleichauf übergab. Frau Gleichauf war 9 Jahre Vorsitzende und gab ihr Amt im Jahr 2003 an Frau Beate Müller ab.Anfang 2012 übernahmen Andrea Reichmann und Elfi Vogt die Vorstandsschaft im Team.
2017 wurden außerordentliche Wahlen durchgeführt Elfi Vogt und Luise Raether sind nun im Team Vorsitzende.

Vorträge aber auch gesellige Veranstaltungen gehörten von Anfang an zum Programm. In gewisser Weise galt das Genossenschaftsprinzip "Einer für alle, alle für Einen", insbesondere, wenn es galt, gemeinsame Anschaffungen zu tätigen, die jeden einzelnen Haushalt überfordert hätten. So war es nach dem Krieg der gemeinsame Kauf einer Dosenverschließmaschine, die die Vorratshaltung nach der damals noch üblichen Hausschlachtung wesentlich erleichterte. Da der Verein diese Maschine erwarb, hieß er bald überall "Büchsenverein", was die Frauen aber mit Humor ertrugen. Auf jeden Fall waren sie froh an ihrer Maschine, die tüchtig in Anspruch genommen wurde. Und auch die Einrichtung einer Gemeinschaftsgefrieranlage in der alten Kinderschule geht auf den Landfrauenverein Freistett zurück. Wer Lust hatte, konnte sein Wissen und Können bereichern, ohne viele Kosten. Näh- und Backkurse, Käse- und Süßmostbereitung und sogar ein Schwein, von der "Denner Luis" erworben, wurde einmal im Waldhorn vorschriftsmäßig geschlachtet und verwurstelt. Das war ein Betrieb! Es gab darüber hinaus noch viele fröhliche Strickabende, die immer eine Erholung und Ausspannung für unsere Landfrauen waren, wo dann trotz fröhlichem Lachen und Singen zusätzlich fleißig die Hände geregt wurden.

Der Landfrauenverein Freistett ist der älteste Landfrauenverein im Ortenaukreis und zählt heute 90 Mitglieder. Viele Jahre sind vergangen, das Ziel Weiterbildungs-möglichkeiten für Frauen im ländlichen Raum anzubieten ist geblieben, auch wenn sich die Themen geändert haben. Gehirnjogging, Selbstverteidigung für Frauen, Vorträge über Homöopathie oder Ernährung, aber auch Kreative-, Näh-, Koch und Backkurse und geselliges Beisammensein, waren Angebote in den zurückliegenden Jahren. Schauen Sie unser Programm an und bilden sie sich selbst einen Eindruck von unseren Aktivitäten.

Das Bild wurde anlässlich des 60 jährigen Jubiläum der Landfrauen Freistett bei Hilde Schäfer in der Rheinstraße aufgenommen.